„Erwachsenwerden ist weniger eine Frage des Wissens als des Mutes.“
Susan Neiman, frei nach Kant
Seit fünfzehn Jahren begleite ich Jugendliche und junge Erwachsene in Übergangsphasen – sei es das Erwachsenwerden, das Loslassen alter Rollen oder die Suche nach neuer Verbundenheit. Gleichzeitig bilde ich in der zwei-dreijährigen Weiterbildung in Initiatorischer Naturpädagogik (INP) Fachkräfte aus, die selbst lernen, junge Menschen in diesen Prozessen zu begleiten.
Meine Arbeit bewegt sich damit sowohl in der direkten Begleitung junger Menschen als auch in der Weitergabe dieser Praxis an andere. Sie verbindet Naturerfahrung, Rituale und pädagogische Modelle. Ein zentrales Anliegen ist dabei, kulturelle Aneignung bewusst zu vermeiden und ein sensibles Bewusstsein für historische Zusammenhänge zu entwickeln. Hier bin ich Lernende und reflektiere ich meine Arbeit kontinuierlich. In der Weiterbildung erforschen wir gemeinsam, wie sich aus diesen Spuren heraus zeitgemäße und zukunftsfähige Formen entwickeln lassen – in einem achtsamen Dialog mit dem, was vor uns da war.
Dabei verstehe ich Natur nicht als Kulisse oder Lernfeld, sondern als lebendigen Zusammenhang, in den wir eingebunden sind. Es geht mir daher nicht in erster Linie um „mehr Wissen über Natur“, sondern um eine andere Qualität von Beziehung – um Beziehung statt Nutzung, um Erfahrung statt Erklärung und um Präsenz statt Kontrolle.
Diese Haltung prägt sowohl meine Arbeit mit Jugendlichen als auch die Weiterbildung von Fachkräften. Ich arbeite achtsam, prozessorientiert und mit einem hohen Maß an Offenheit für das, was entsteht.
Als Lebensraum und Erfahrungsfeld kann Natur uns Halt und Orientierung geben und dazu beitragen, uns selbst und die Welt neu zu verstehen. In einer Zeit, in der viele Ökosysteme und Gemeinschaften unter Druck stehen, geht es mir darum, junge Menschen und Fachkräfte darin zu stärken, ihre eigene Kraft zu entdecken – und gleichzeitig Verantwortung für ihr Umfeld zu übernehmen.
Auf dieser Seite findest du Einblicke in meine Projekte, Workshops, die INP-Weiterbildung und die Verlinkung zum Walden e.V., bei dem ich seit seiner Gründung tätig bin. Ich freue mich über alle, die sich mit diesen Themen beschäftigen – ob in der Praxis, Forschung oder im eigenen Leben. Gemeinsam können wir erkunden, wie Übergangsrituale, Naturverbundenheit und pädagogische Arbeit heute und in Zukunft gestaltet werden können – für uns und die kommenden Generationen.
es ist 3:23 uhr morgens
und ich bin wach,
denn meine ur-ur-urenkel
lassen mich nicht schlafen.
meine ur-ur-urenkel fragen mich in meinen träumen:
was hast du getan, als der planet geplündert wurde?
was hast du getan, als man die erde enträtselte?
sicher hast du etwas unternommen, als die jahreszeiten aussetzten?
als die säugetiere, reptilien, vögel, als alle starben?
hast du die straßen mit deinem protest erfüllt
als die demokratie gestohlen wurde?
was hast du getan als du es wußtest? …
– Drew Dellinger, „Hyroglyphic Stairway“
